Vor rund einer Woche blieb ich an einem Satz der Bahn-Chefin Evelyn Palla hängen. Im Management der Bahn habe es so etwas wie organisierte Verantwortungslosigkeit gegeben.
Ein paar Tage später ein Satz aus einem anderen Interview, diesmal vom SAP-Chef Christian Klein. Nicht jeder sei ein Top-Performer.
Ich musste dabei an meinen japanischen Bruder denken.
Als ich ihm erzählte, dass ich ein Buch schreiben wollte, hat er Ganbatte zu mir gesagt.
Auf Deutsch etwa so viel wie streng dich an, gib dein Bestes.
Das hört man in Japan ziemlich oft, nicht nur in meiner Familie.
Zum Beispiel vor einer Prüfung oder vor dem ersten Tag im neuen Job.
Bei uns sagt man vorher viel Glück.
Das liegt bekanntlich nicht in der eigenen Hand.
Oder viel Erfolg. Das schon eher, nur hängt es für mich meistens an etwas Messbarem, an einem Ergebnis, das erst noch feststehen muss.
Ganbatte zielt auf die eigene Anstrengung.
Das bleibt in der eigenen Hand, auch wenn am Ende nichts draus wird.
Mir hat das immer gefallen.
Es ging nie darum, ob ich ein gutes Buch schreibe.
Nur darum, dass ich mich hinsetze und schreibe.
Mein Bruder wusste nicht, ob daraus je ein Buch werden würde.
Viel Erfolg hat er mir nicht gewünscht.
Er hat nur Ganbatte gesagt.
Evelyn Palla und Christian Klein sprechen darüber, wie Leistung beurteilt wird. Mein Bruder hat einfach Ganbatte gesagt.
Mehr nicht.