Ich habe mal ein Dankbarkeitsjournal geführt.
Wie viele.
Jeden Abend drei Dinge, für die ich dankbar bin.
Drei Wochen später habe ich zurückgeblättert.
Der Tee stand vier Mal drin.
Ich hatte mir selbst aufgeschrieben, wie toll ich meinen Tee finde.
Geschrieben von mir, für mich.
Als ich letztens wieder in Japan war, fiel es mir aber dann wieder auf.
Wie sich die Leute bedanken für Dinge, die ich nicht mal bemerken würde.
Fürs Warten.
Für eine Auskunft.
Ich habe mich gefragt, wofür eigentlich nicht.
Mir fiel nichts ein.
Zurück in Berlin habe ich aufgehört zu fragen, wofür ich dankbar bin.
Abends frage ich mich jetzt, ob ich mich auch bedankt habe.
Seitdem fängt eine Mail schon mal mit Danke an.
Vor allem zu Hause hat sich was verschoben.
Danke, dass du da bist.
Jahrelang hielt ich das für überflüssig.
War ja schon beim nächsten Gedanken.
Das Journal steht noch im Regal.
Ich vermisse es nicht.