Wenn Marketing zu gut funktioniert

Ich bin mit den Peanuts groß geworden.
Asterix und Obelix.
Und auch mit Manga.

Nur sind die Verdienste der Zeichner in Japan genau das: Peanuts.
Wer anfängt, kommt im Jahr auf etwa 15.000 Euro.

Die Rechte an dem, was sie da zeichnen, gehören ihnen ohnehin nicht, selbst den Studios dahinter nicht. Sie liegen bei denen, die das Geld gegeben haben. Das Merchandising sowieso.

Dabei läuft das Geschäft glänzend.
Der Export von Manga, Anime und Games bringt Japan inzwischen so viel ein wie ihre Stahl- oder Halbleiterindustrie.

Diese Bilder lassen sich hervorragend vermarkten.
Japan als Anime-Paradies, eine Kulisse zum Durchspazieren.
Kawaii halt.

Touristen kommen und suchen die Orte aus den Filmen.
Die Kleinstadt Hida bekommt seit 2016 einen wahren Ansturm, nachdem sie in „Your Name“ zu sehen war.

Leider wohnen in Hida Leute, die morgens ihre Kinder zur Schule bringen, die ihrem Alltag nachgehen.

Was sie vom Ruhm haben?
Vollere Straßen, vermüllte Plätze, Fremde, die durch ihre Nachbarschaft laufen und ein Anime suchen. Und dabei von den Einheimischen „gestört“ werden.

Das Geld bleibt bei den Investoren, den Streaming-Plattformen, den Hotelketten, den Airlines.

Glückwunsch an deren Marketing-Abteilungen.

Ideen für
eine bessere
Zukunft

Michael Okada

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