Wer krank ist, soll sich das künftig ab Tag eins ärztlich bestätigen lassen.
Am Telefon soll das nicht mehr reichen. Die Begründung ist ein zu hoher Krankenstand, die Lösung dafür mehr Kontrolle.
Die Begeisterung meines Hausarztes wird sich in Grenzen halten. Die Warteschlange morgens ist schon jetzt bis ins Treppenhaus.
Ich habe darüber geschrieben, bevor dieses Vorhaben beschlossen wurde, in meinem Buch:
„Kodawari – Japanische Exzellenz: Kultur und Menschlichkeit als Wettbewerbsvorteil“.
Natürlich nicht über dieses Gesetz, das gab es noch nicht, sondern in einem Beitrag mit dem Titel: „Karenztage? Ein Vorschlag, der krank macht.“
Darin geht es um die Forderung eines Versicherungschefs, Kranke sollten den ersten Tag selbst bezahlen, und um die Frage, ob wir Menschen wie Verdächtige behandeln, sobald sie ausfallen.
Interessant finde ich in beiden Fällen, welches Menschenbild da sichtbar wird. Und was es über ein Land sagt, wenn ihm bei Krankheit zuerst der Verdacht einfällt.