Ich habe noch nie einen Schaffner geschlagen

Ich weiß auch nicht, warum mir das gerade wichtig erscheint, es zu sagen.

Ok, ich weiß es wieder.
Ich habe neulich gelesen, dass 2024 genau 3.151 Beschäftigte der Deutschen Bahn und externer Dienstleister wegen Körperverletzung oder Bedrohung Anzeige erstattet haben. Allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres wurden 1.630 Bahnbeschäftigte als Opfer erfasst.

Ich habe kurz überlegt, was das aufs Jahr hochgerechnet wäre und ob das dann ein neuer Rekord wäre. Dann nicht weitergerechnet.

Rekord klingt ja eigentlich nach einer Bestzeit, nach etwas, das man erreichen will.

Aber darunter sind Menschen, die morgens zur Arbeit fahren und abends, wenn sie Glück haben, nur mit einem blauen Auge nach Hause kommen, weil sie eine Fahrkarte sehen wollten.

Bei diesen Zahlen musste ich an ein Foto aus Japan denken.
Darauf stehe ich neben einer lächelnden Mitarbeiterin einer japanischen Bahn. Ich habe sie gefragt, ob ich ein Foto mit ihr machen dürfe.
Für einen Beitrag war es nie gedacht.

Ich weiß nicht, wann ich zuletzt so nah neben einem Zugbegleiter der Deutschen Bahn gestanden habe.
Ob ihm dabei mulmig wurde, habe ich mich nie gefragt.

Ideen für
eine bessere
Zukunft

Michael Okada

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