Ich gestehe.
Ich habe mir vor Jahren im Berliner Zoo die Pandas angeschaut.
Wie alle anderen stand ich dort.
Das Handy gezückt und fand sie hinreißend.
Man kann nicht anders, so sind wir Menschen gebaut.
Und dann lese ich, dass Japan diese Woche seine Pandas verliert.
Und München bekommt welche.
Japan. Nach über 50 Jahren.
Vor dem Zoo in Tokio standen sie Schlange, um sich zu verabschieden.
Kinder mit Plüschpandas.
Manche weinten.
München hingegen bekommt zwei.
Ab 2028.
Söder strahlt.
Zufall nein? System.
Denn China verleiht Pandas nach Wohlverhalten.
Japan hat sich in Chinas Augen disqualifiziert.
Zu viel Taiwan-Solidarität. Zu viel US- Nähe.
Nicht mehr panda-würdig.
Also Entzug.
Bayern hingegen scheint zu liefern, was erwartet wird.
Also Belohnung.
Das System ist simpel: Wer gefällt, bekommt. Wer missfällt, verliert.
Nun kann man sagen: Es sind nur Tiere, Zoos, Tourismus.
Was soll’s.
Aber genau deshalb funktioniert es.
Keine Sanktion, keine Drohung, keine bösen Worte.
Einfach nur: Die Bären gehen jetzt nach Hause.
Alle sind traurig. Ohne genau zu wissen, warum.
China hat das verstanden. In TikTok wie im Zoo.
Nächste Woche gehe ich wieder in den Zoo.
Ich werde vor dem Gehege stehen und sie hinreißend finden.
Ich bin doch auch nur ein Mensch.