Ich gebe zu:

Als ich mein Buch fertiggestellt hatte, fragte ich mich, ob ich Japan zu stark idealisiert habe. Ob meine These, dass Japan technologisch nicht nur aufholt, sondern sogar überspringt, schlicht zu optimistisch war.

Dann kam der 5. Februar 2026.

An diesem Tag gab TSMC, der weltgrößte Auftragsfertiger für Halbleiter, bekannt, sein Japan-Werk auf 3-Nanometer aufzurüsten.
Chips, die heute nur in Taiwan und Südkorea gefertigt werden.

Nur eine von mehreren Ankündigungen in diesen Monaten:
Micron investiert knapp 10 Milliarden Dollar in Hiroshima.
Rapidus, das staatlich initiierte japanische Start-up auf Hokkaido, soll bis 2028 mit Milliardenförderung Chips herstellen, die es noch nirgendwo auf der Welt gibt.

Genau das habe ich in meinem Buch beschrieben.
Nicht die Zahlen, die gab es noch nicht.
Aber die Haltung dahinter.

Die Japaner nennen es Kodawari.

Es beschreibt eine Haltung, für die wir im Deutschen kein gutes Wort haben.
„Made in Germany“ hieß das bei uns mal.

Geschrieben habe ich dieses Buch wegen uns.

Bei Energie haben wir die Abhängigkeit Jahr für Jahr beschrieben und Jahr für Jahr vertieft.
Bei digitaler Infrastruktur reden wir seit einem Jahrzehnt über Souveränität und speichern unsere Daten weiterhin bei amerikanischen Konzernen.
Bei Verteidigung, bei Chips, bei allem, was die nächste Generation prägen wird, sind wir sehr gut darin, die richtigen Fragen zu stellen.

Nur beim Antworten tun wir uns schwer.

Manche Bücher altern schlecht.
Dieses hier leider nicht.

Ideen für
eine bessere
Zukunft

Michael Okada

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