In Japan gibt es eine Firma, die für dich kündigt


Momuri heißt sie.

Man zahlt 128 Euro, und jemand anderes führt das Kündigungsgespräch.
Du musst nie wieder ins Büro.

Ich hatte sofort meinen „typisch-japanisch“-Reflex: Wer braucht sowas?

Dann lese ich die Zahl: 40.000 Menschen haben es bisher gebraucht.

Und je länger ich darüber nachdachte, desto mehr Sinn machte es.

128 Euro. Ein Anruf. Und du bist raus.
Statt Jahre zu ertragen.

Bei uns gibt es Momuri nicht.
Wir kündigen auch.
Nur anders.
Wir kündigen innerlich.

Bleiben also sitzen.
Jahre manchmal.
Manche ihr ganzes Arbeitsleben.

Dienst nach Vorschrift nennt man das.
Oder neuerdings „Quiet Quitting“.

„Ich bin nur noch hier, bis die Kinder aus dem Haus sind.“
Das kostet Lebenszeit.

Beide Male geht es darum, nicht reden zu müssen.
Momuri verdient damit Geld.
Bei der inneren Kündigung verdient niemand.

Außer vielleicht die Therapeuten.

Ideen für
eine bessere
Zukunft

Michael Okada

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