Eine Bärenpfote und eine unangenehme Erkenntnis


Der Kaffee kommt durch eine Bärenpfote.
Kein Tresen. Kein Smalltalk. Kein Gesicht.

Nur ein kleines Fenster in der Wand und plötzlich reicht mir eine pelzige Pfote meinen Kaffee.

Süß, denke ich.
Typisch Japan.
Instagram-Moment.

Mein Freund erzählt mir später: „Hinter der Wand arbeiten Menschen, für die soziale Kontakte eine Überforderung sind. Die Pfote ist keine Show. Sie ist Schutz. Ein Weg zurück, ohne sich zu verstellen.“

In dem Moment frage ich mich: „Wie viele Menschen verlieren wir, weil alles auf Leistung getrimmt ist?“

Nicht mehr Tempo. Mehr Toleranz. Nicht mehr Sichtbarkeit.

Mehr Würde.

Ich war nur einmal dort. Aber ich denke seither oft an dieses Fenster.

Und daran, wie wenig es braucht, damit jemand wieder dazugehören darf.

Ideen für
eine bessere
Zukunft

Michael Okada

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